Loslassen – wann und wie?

Wann merke ich, dass ich meinen Ex loslassen muss? Und wie mache ich das?

Vielleicht kennst Du das? Seit längerer Zeit begleitet Dich dieses unangenehme Gefühl. Eine dumpfe Wolke von Schmerz, Traurigkeit und innerer Leere. Nach Außen hin scheint es als würde alles in Deinem Leben super funktionieren. Und im Grunde genommen bist Du auch zufrieden. Du hast tolle Freunde, eine wunderbare Familie, viel Spaß am Wochenende, einen guten Job und nette Kollegen.
Eigentlich gäbe es nichts auszusetzen. Eigentlich bist Du auch die meiste Zeit glücklich und gehst wieder raus zu neuen Dates und triffst neue Bekanntschaften. Wenn nur das Eigentlich nicht wäre… Denn zwischendrin kommt diese Wolke durch. Meist in Situationen, in denen Du es nicht mal erwartet hast. Du bist auf einer Party unter vielen Menschen und Dich beschleicht das Gefühl von innerer Leere und Einsamkeit. Du gehst einkaufen und fühlst Dich traurig, weil Du etwas siehst, was ER immer gerne gegessen hat. Du gehst an einem Ort spazieren und erinnerst Dich, wie ihr dort zusammen Händchen gehalten habt. Und zack hast Du einen Flashback und musst wieder an eure Trennung denken.
Du wünschst Dir endlich IHN ein für alle Mal loszulassen, damit Du vollkommen glücklich und befreit bist. Aber Du hast innerlich das Gefühl Du kannst es nicht. Es gibt Momente, da willst Du ihm zum Teufel schicken, wenn er Dir nicht auf Nachrichten oder Geburtstagsgrüße antwortet, und im nächsten Moment wünschst Du Dir diese wundervolle Zeit mit ihm zurück. Wünschst Dir, er wäre wieder da, damit dieses Leid und der Schmerz ein Ende hat! Damit Du endlich aufhören kannst, ihn zu vermissen. Oft plagen Dich Vorwürfe und Zweifel: „ Was habe ich falsch gemacht?“, „Wieso passiert das alles?“, und im nächsten Moment beschimpfst Du ihn innerlich: „ So ein Mistkerl. Kann er mir nicht mal antworten! Bestimmt hängt er schon mit der Nächsten im Bett rum.“
Egal wie lange eine Trennung her ist und aus welchen Gründen sie geschah, sie zu überwinden ist nicht immer einfach. Besonders nicht, wenn man sich den Ex zurück wünscht. Ich weiß wie Du Dich fühlst! So oder so ähnlich ging es mir auch vor einigen Jahren. Aber ich habe einen Weg daraus gefunden, der mir wunderbar geholfen hat all das Leid hinter mir zu lassen und mich wirklich zu befreien.
Wir übergehen unsere eigenen Grenzen!
Leider sind wir in der Zeit nach einer Trennung besonders verletzlich und schwach. Und weil wir uns die Liebe des Ex-Partners zurück wünschen merken wir gar nicht wie wir Dinge tun, die uns eher schaden als nützen (ihm schreiben, anrufen), weil wir so verzweifelt sind. Leider bewirken wir damit oft, dass das Leid dadurch eher zunimmt als abnimmt. Und so drehen wir uns gefühlt in einem endlosen Kreislauf aus Traurigkeit, Schmerz und innerer Leere. Das Fatale ist, dass wir in diesem Teufelskreis nicht merken, wie wir immer mehr unsere eigenen Grenzen übergehen und Dinge mit uns machen lassen, durch die es uns noch schlechter geht. Da besteht die Gefahr, dass wir uns so sehr aufopfern, dass wir drohen uns selbst zu verlieren. Wir haben den Punkt, an dem wir Loslassen sollten, verpasst und drehen uns nur im Kreis.
 „Aber wann ist der richtige Zeitpunkt um Loszulassen?“, fragen mich viele.
„ Genau dann, wenn Du Dir diese Frage stellst!“, ist meine Antwort.
Immer wenn wir an diesem Punkt sind, dass wir uns das fragen, dann wünschen wir uns unbewusst das Loslassen bereits, haben aber Angst davor zu früh aufzugeben. Wir denken, wenn wir jetzt loslassen, dann war all die Arbeit und Mühe vorher für die Katz und der Ex wird für immer weg sein. In Wahrheit haben wir aber Angst vor dem Schmerz und der Leere, die vielleicht kommt, wenn wir Loslassen.
„Los-lassen“ wird völlig missverstanden.
„Los-lassen“ heißt nicht, etwas aufzugeben, dem den Rücken zuzuwenden oder etwas ignorieren. Es heißt, „Ich lasse etwas so wie es ist. Ich nehme es so an wie es ist ohne es verändern oder kontrollieren zu wollen.“
Stelle Dir vor, Du hast gerade eine Tasse in der Hand. Diese Tasse symbolisiert Deine frühere Beziehung/ deinen Ex-Partner. Das was Du im Moment tust ist sie festhalten, weil Du sie nicht verlieren willst. Das kostet Kraft und erzeugt Schmerz. Und jetzt stelle die Tasse mal hin, löse einen Finger nach dem anderen von ihr und lehne Dich zurück. Nur beobachten und atmen. Lass die Beziehung und Deinen Ex wie sie sind. Genau das ist Loslassen. Du drehst ihr nicht den Rücken zu, Du ignorierst niemanden. Du sitzt nur da und lässt geschehen.
Solange Du festhältst, kannst Du nicht heilen!
Beim „Los- Lassen” geht es darum die Dinge einfach nur zu beobachten. Dich von ihnen ein wenig zu entfernen, damit Du alles objektiver betrachten kannst. Und dann sollte sich bereits ein erstes tiefes Aufatmen breit machen, tiefe Erschöpfung oder körperliche Schmerzen können auftreten. Das ist ein gutes Zeichen, weil Dein Körper endlich weiß, dass er nun loslassen darf. Das ist eine große Erleichterung. Und Tränen werden fließen. Sie befreien Dich. Und der Schmerz hinter dem Loslassen, ist kleiner als wir immer erwarten.
Das Verrückte ist: Das Loslassen wird in unserer „besitzergreifenden Konsumwelt“ immer mit Schmerz verbunden. Von klein auf sind wir darauf getrimmt: „ Wenn mir etwas gefällt, dann will ich es haben.“ Ein schönes Kleid, ein Auto, ein Handy, usw. Und weil wir in diesem Besitz-Denken sind, entsteht dieses Leid. Wir denken an die glücklichen Momente in der Beziehung und wollen nicht, dass dieses Glück vorbei geht, das erzeugt Leid. Nicht das Loslassen. Sondern, dass wir an „Alten“ Dingen festhalten, das erzeugt diesen Schmerz.
Leider überträgt unser Ego dieses Denkmuster auch auf unsere Mitmenschen, daher heißt es dann: MEIN Mann, MEINE Kinder, MEINE Familie. Das drückt unser Besitzergreifen aus. Nur begehen wir dabei einen entscheidenden Fehler. Wir können nichts besitzen. Unser natürlicher Geist ist auf Besitz nicht ausgerichtet. Wir kommen nackt auf die Erde und verlassen diese nackt. Alles andere in diesem Leben ist nur geliehen.
Demnach kannst Du nichts verlieren, was Du nie besessen hast.
Du kannst nichts verlieren, weil Dir nichts gehört. Nur Du selbst gehörst Dir! Aber Du kannst Dich selber verlieren, wenn Du an den Dingen hängst und denkst, Du könntest sie verlieren. Wenn Du weißt, dass Du nichts zu verlieren hast, wird Dich das befreien.
Sei ehrlich zu Dir! Akzeptiere die Wahrheit!
Die Wahrheit zu erkennen und zu leben ist die Essenz unseres Daseins. Die Wahrheit ist das, wie die Dinge wirklich sind, nicht wie wir sie uns „schön reden“. Willst Du Deinen Ex zurück, weil Du ihn wirklich liebst oder willst Du nur dem Schmerz davonlaufen? Das ist der größte Knackpunkt. In den ersten Phasen nach der Trennung ist unser Gehirn so geflutet von Stresshormonen, die Schmerz, Wut, Trauer hervorrufen, dass wir nicht mehr richtig klar denken kennen. Diese Stresshormone bewirken (biologisch nachgewiesen), dass wir die Realität nicht mehr so erkennen wie sie in Wahrheit ist. Wir sehen alles wie durch einen Nebel und schlussfolgern: Es muss wahre Liebe sein, sonst würde es nicht so weh tun.“ VORSICHT! Wenn Du Dich bei diesem Satz selbst ertappst, dann solltest Du jemanden zur Hilfe holen, der eine neutralere Sicht auf Dich und eure Trennung hat. Denn Schmerz zu empfinden, weil wir einen geliebten Menschen verloren haben, ist völlig normal. Aber ob das Liebe oder emotionale Anhängigkeit war, das gilt es zu unterscheiden.
Liebe ich ihn wirklich oder bin ich abhängig?
Wenn Du spürst, dass Du diesen Menschen für Dein Glück im Leben BRAUCHST, dann müssen spätestens jetzt alle Alarmglocken angehen. Denn Du machst Deine Zufriedenheit von der Anwesenheit einer Person abhängig. Du sagst Dir innerlich: „ Wenn er da ist, bin ich glücklich- wenn er nicht da ist, geht’s mir schlecht.“ Das ist Abhängigkeit und hat nichts mit gesunder Liebe zu tun.
Dies ist der häufigste Grund warum Menschen den/die Ex wiederhaben wollen. Sie wollen dem Schmerz aus dem Weg gehen und geben damit die Verantwortung an den Ex Partner ab. Sie machen sich damit selber zum Opfer und wundern sich, dass sie so lange im Opfermodus bleiben. Dieses Verhalten ist ihnen am Anfang der Trennung, wo der Schmerz so groß ist, nicht bewusst, erst nach einigen Monaten oder Jahren wenn sie zurückblicken und frei von Gefühlen und Stresshormonen ihre Situation klarer sehen. Dann gestehen sie sich ein, dass sie abhängig waren und dies keine Liebe war.
Wenn Du den Partner zurückwillst, weil Du wirklich überzeugt bist, dass Du ihn aus tiefstem Herzen liebst, dann wirst Du ihn gehen lassen müssen! Wenn wir einen Menschen wirklich lieben, dann wollen wir immer dass dieser glücklich ist. Und wenn Dein Partner die Trennung will, weil er so glücklicher sein kann, dann wirst Du ihn frei lassen müssen. Wahre Liebe hält niemanden gefangen, sie lässt den Anderen frei. Wenn Du ihn also wirklich liebst, dann lasse ihn gehen, damit er sein Leben leben kann. Du wirst merken, wenn Du aus Liebe so handelst, kommt es Dir ebenfalls zu Gute, denn das stärkt Deine Selbstliebe. Du signalisierst Dir selber. Ich brauche niemanden außer mich selbst, um mich wirklich geliebt zu fühlen.

 

Was kann ich tun um wirklich loszulassen?

1. Frage Dich: Warum willst Du ihn zurück? Welches Bedürfnis steckt dahinter?
In den meisten Fällen wollen wir den Ex wieder weil,
… wir den Schmerz, die Trauer, die Leere nicht mehr wollen.
… wir die Angst vor der Zukunft und dem Alleinsein entgehen wollen.
… wir uns Liebe und Bestätigung wünschen.
… wir uns Sicherheit wünschen.
… wir unsere Kinder (wenn welche da sind) mit der Trennung nicht traumatisieren wollen.
Was ist Dein Bedürfnis dahinter? Sei wirklich ehrlich zu Dir! Denn nur so kannst Du herausfinden was Du tun kannst. Alle diese Punkte haben immer etwas mit Dir selber zu tun, niemals mit Deinem Ex! Die Trennung hat diese Gefühle nur in Dir wachgerufen, aber die Unsicherheit, die Ängste waren alle schon vorher da. Das bedeutet jetzt, dass Du beginnen sollst Dich mit ihnen auseinander zu setzen und Dich von ihnen zu befreien. Wenn Du nicht weißt, wie Du es machen sollst, hole Dir Hilfe! In meinem „Selflove“ Coaching behandle ich diese Themen persönlich mit Dir und gemeinsam werden wir Dich auf einen individuell auf Dich abgestimmten Heilungsweg bringen, der Dich ganz leicht Loslassen lässt!

 

2. Gesunde Distanz schaffen:
Damit Heilung wirklich geschehen kann braucht der Loslass-Prozess eine gesunde Distanz. Dies erreichst Du indem Du alles aus Deinem Leben verbannst, an dem Du noch festhältst, was Dich an ihn erinnert. Seine Handy-Nummer, alte Chatverläufe, Fotos, Briefe, Kleider, Gegenstände, uvm. All diese Dinge müssen aus Deinem Alltag verschwinden, denn sonst werden sie Dich immer wieder zurück in die Vergangenheit katapultieren und all das Leid und den Schmerz wieder hochholen. Lösche Altes und behalte keine „Rückversicherungen“. Alte Bilder, Postkarten, Briefe, Gegenstände kannst Du verbrennen, verkaufen, verschenken oder eine gute Freundin bitten sie für Dich aufzuheben.

 

3. Kehre nach Innen: Selbstliebe durch innere Ruhe entdecken!
Du kannst Liebe nicht lernen. Sie ist da oder nicht. Die Liebe zu Dir selbst ist in Dir, sie ist nur verschüttet oder nicht für Dich sichtbar. Denn jedes Mal, wenn Du etwas tust, was Du nicht willst, übergehst Du Deine eigenen Grenzen und die Liebe zu Dir selber rückt in den Hintergrund. Es ist wie mit einer Freundin, die Dir sagt: „ Tu es nicht, Du tust mir damit weh.“, Aber Du sagst: „ Doch ich mache es trotzdem.“ Und am Ende wunderst Du Dich, dass Deine Freundin sich von Dir distanziert hat. So hat sich auch Deine Selbstliebe zu Dir distanziert. Aber Du kannst diese Beziehung zu Dir selber retten. Das musst Du sogar! Denn Du bist der wichtigste Mensch in Deinem Leben! Daher nimm Dir täglich Zeit für einige Minuten „Nach-innen-schauen“ und pflege die Liebe zu Dir selber. Setze Dich täglich für 5 -10 Minuten hin und frage Dich: Was will ich wirklich? Für wen tue ich das alles? Was macht mich wirklich glücklich? Fühle mal tief hinein. Was empfindest Du gerade? Lasse alle Gedanken und Gefühle zu. Sage Dir stärkende Affirmationen und höre Dir eine kurze Meditation an. So wirst Du auf Dauer Dein Selbstbewusstsein stärken und wissen, was Du im Leben wirklich willst.

 

4. Verantwortung übernehmen: Kein anderer Mann soll Dich aus dem Schmerz erretten, sondern Du selbst!
Gehe nicht auf neue Dates, nur um Dich abzulenken! Du erhoffst Dir damit, dass Dich ein „Neuer“ aus deinem Elend befreien soll. Tue das nicht! Du machst Dich wieder abhängig, dass ein anderer Mann es hinbiegen soll, damit Du wieder glücklich sein kannst. So schleppst Du all Dein emotionales Gepäck aus der Vorbeziehung in die Nächste. Das ist keine gute Basis für etwas Neues! Gehe zu Dates, weil Du wirklich einen Neubeginn willst und das Alte bereits losgelassen hast. Es wäre dem neuen Partner gegenüber nicht fair, wenn Du ihn nutzt, um über Deinen Ex hinwegzukommen (auch wenn Du es unbewusst tust!). Selbstbewusste Männer spüren, dass Du sie für diese Zwecke nutzt und werden Dich dadurch nicht als ebenbürtige Partnerin anerkennen. So wird eine Beziehung auf Augenhöhe nicht möglich sein!

 

Fazit:

Wirklich loszulassen, denn Entschluss zu fassen, ich gehe meinen eigenen Weg ohne den Ex, fühlt sich wie eine neue Trennung an, nur etwas milder. Die Trauer fühlt sich erneut an, als wäre ein geliebter Mensch gestorben. Der Grund ist: Du hast die Wahrheit endlich akzeptiert. Diese Akzeptanz, dass Du ihm innerlich „Lebe Wohl“ gesagt hast und bereit bist ihn nie wieder zu sehen, das erzeugt diese Traurigkeit.
Aber verstehe: In diesem Moment trauern wir nicht um den Ex, wir trauern um uns selbst, weil uns dieser Mensch nicht mehr zur Verfügung steht und wir die Zukunft, die wir mit diesem Menschen in unserem Kopf geplant hatten nun begraben müssen. Demnach wird Dir klar, dass Du Deine eigenen Erwartungen und Hoffnungen, die Du in Deinem Kopf entwickelt hattest, jetzt verabschiedest. Das erzeugt diesen Schmerz.
Aber das Gute ist, weil Du weißt, dass Du diesen Schmerz selber erzeugt hast, kannst Du ihn auch beenden. Indem Du die Trauer durch Dich durchfließen lässt, denn sie wird Dich reinigen und befreien. Danach wirst Du neue Pläne schmieden und Dich auf Deine Visionen fokussieren. Auf neue Zukunftsbilder in Deinem Kopf, den der „Richtige“ ist da draußen und wartet auf Dich!
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Autorin:
Marina Hiebert

Systemische Coach, Therapeutin und Beziehungsexpertin
von Mind & Health – Die Liebe, die Du verdienst!

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