Ich kann nicht allein sein!?

So hältst Du Dich selbst (aus)!

Wie Du das Alleinsein annimmst, Ängste überwindest und glücklich wirst!

Ob der Partner uns ständig versetzt, die jetzige Beziehung droht zu kippen oder die Trennung gerade her ist, da überfällt uns oft eine riesige „Emotionswolke“ von Trauer, Wut, Ohnmacht, Panik und Angst. Und zu allem Übel gesellt sich etwas hinzu, das die meisten von uns gerne aus dem Weg gehen. Das kleine „Monster“ namens Alleinsein. Es sitzt in jeder Ecke und lauert nur darauf, dass wir „Schwäche“ zeigen, um uns dann zu überfallen und unsere Angst vor ihm zu verstärken.
Mit genügend Ablenkungen wie Sport, Job, Freunde treffen schaffen wir es dem „Monster“ aus dem Weg zu gehen. Aber kehrt mal nur für einen Moment Stille ein und wir kommen in unsere leere Wohnung, dann beginnt mit ihm ein Kampf, den wir selten gewinnen. Es ist ein Teufelskreis: Je mehr wir gegen das „Monster“ kämpfen oder ihm aus dem Weg gehen wollen, desto größer wird unsere Angst vor ihm und desto mehr festigt sich der Glaube, dass wir es nie schaffen allein zu sein.
Irgendwann denken wir unbewusst, dass wir immer jemanden an unserer Seite brauchen, weil wir es allein mit diesem „Dämon“ nicht aushalten – dass wir uns selbst für eine länger Zeit kaum aushalten können. Und so verharren wir vielleicht jahrelang in unglücklichen Beziehungen, geraten verzweifelt immer an den/die „Falschen“ oder gehen unmögliche Kompromisse ein, nur um dem Alleinsein aus dem Weg zu gehen.

 

Emotionen kontrollieren: Allein-sein vs. Einsam fühlen
Der obere Text ist überspitzt dargestellt, aber für den Großteil der Menschen ist es die Realität. Egal wie viele Freunde, Partner, Familienmitglieder wir haben, irgendwann erwischen wir immer wieder Momente in denen wir uns allein oder sogar einsam fühlen. Manche Menschen lieben das Alleinsein, das schenkt ihnen Freiheit, aber der Großteil hat enorme Schwierigkeiten damit.
Dabei gibt es einen grundlegenden Unterschied zwischen dem alleine sein und dem sich einsam fühlen. Wie es uns die Sprache bereits verrät, beschreibt das ALLEIN-SEIN nur einen ZUSTAND, in dem Du allein für Dich bist bzw. auf Dich allein gestellt bist. Sich EINSAM FÜHLEN ist ein Gefühl. Diese Unterscheidung ist mir in der Therapie besonders wichtig, denn beides gilt es auf individuelle Weise für sich zu bearbeiten.
Z.B. kannst Du lernen mit Deiner Traurigkeit oder der Leere umzugehen, die aufkommt, wenn Du Dich einsam fühlst, aber es ist schwerer dem Zustand „Ich bin allein in der Wohnung“ jedes Mal zu entfliehen, vor allem nachts. Klar kannst Du Dir immer wieder Freunde einladen, auf Partys gehen oder Deine Familie besuchen, musst aber aufpassen, dass Du nicht in eine Art Abhängigkeit gerätst. Gerade Menschen in den ersten Stadien des Liebeskummers neigen zu dem übermäßigen Verhalten, sich unentwegt „Ablenkung“ im Außen zu suchen, damit sie sich zu Hause nicht mit den negativen Gefühlen herumschlagen müssen. Wichtig ist eine gute Balance zwischen Allein-sein und Ablenkung, nur so lässt sich der Liebeskummer wirklich verarbeiten und man ist schneller wieder auf den Beinen.
Was wenn ich für immer allein bleibe?
Was das Ganze erschwert: Der Großteil der Menschen hat mehr Angst vor dem zukünftigen Allein-sein, als vor dem derzeitigen. Sie denken: „ Ich werde für immer allein sein.“, „ Ich schaffe das nicht allein!“ und fühlen sich dann tatsächlich unfähig allein ihr Leben bestreiten zu können, geschweige denn allein glücklich zu sein. Sie glauben, dass sie das nicht kontrollieren können und genau das kann Ohnmachtsgefühle, Wut, Trauer & Panikattacken hervorrufen bzw. verstärken. Unzählige Partnerschaften existieren aufgrund dieser Angst, nicht weil die Partner zusammen sein, sondern weil sie gemeinsam dem Allein-Sein entkommen wollen.
In der Stille kommen unsere „Dämonen“ hoch
Leider wollen viele das Allein-Sein umgehen, denn in der Stille kommen alle negativen Gedanken, Gefühle und Erinnerungen hoch. Alles was wir vermasselt haben, Schuldgefühle, Minderwertigkeitsgefühle, Vorwürfe kommen genau dann ans Tageslicht. Viele Menschen versuchen genau dem zu entfliehen. Durch Ablenkung (Partys, Freunde, Netflix, Shoppen) oder Betäubung (Alkohol, Drogen, uvm.) schaffen wir es unsere „Dämonen“ für eine Weile zu ignorieren, aber sie werden uns immer wieder einholen. Dabei wollen sie nichts Böses. Sie wollen nur, dass wir uns ihnen stellen, daraus lernen und wachsen.
Ursache: Wir sind soziale Tiere: Ist Einsam-Sein gefährlich?
Echtes Einsam-Sein, also wirklich niemanden zu haben, an den man sich wenden kann, wenn man Hilfe braucht, ist und war schon immer lebensbedrohlich. Seitdem es uns Menschen gibt ist unser Instinkt darauf ausgelegt uns in Gruppen zusammenzutun, denn so hatten wir eine größere Chance uns gegen wilde Tiere, Naturkatastrophen oder Krankheiten zu wehren.
Da ist es selbstverständlich, dass sobald uns ein wichtiger Mensch verlässt, uns sofort die Angst überfällt, dass vielleicht unser Überleben bedroht sein könnte. Klar, dass wir dann am liebsten sofort die Flucht vor dem Allein-Sein ergreifen, denn das ist für unseren Instinkt potentiell lebensbedrohlich.
„Also ist es doch ok dem Allein-Sein wegzulaufen, schließlich sichere ich doch so mein Überleben?“, sagte mir mal eine Klientin im Scherzton. „Klar!“, sagte ich: „ Nur, wirst Du Dein Leben lang auf der Flucht sein. Willst Du das?“, fragte ich.
Ohne Allein-Sein kein Zusammen-sein: Der ewige Kreislauf!
Das Gesetz der Polarität (Dualität) besagt es gibt kein Licht ohne Schatten, nichts Positives ohne Negatives, kein Oben ohne Unten, kein Erfolg ohne Misserfolg, genauso auch kein Allein-sein ohne Zusammen-sein. Der eine Pol braucht immer den anderen Pol um zu existieren und von uns Menschen erfahren werden zu können. Du kannst z.B. nicht wissen was Glück ist, wenn Du nie unglücklich warst.
Beide Pole sind wichtig für das Erfahren unserer Welt. Die Bewertung ob etwas davon positiv oder negativ ist kommt von uns Menschen! Dementsprechend „brauchst“ Du das Allein-Sein, um das Zusammen-sein erfahren und genießen zu können. Daher akzeptiere es als Teil Deines Lebens, der Dir dabei hilft Partnerschaft überhaupt leben zu können! Wir gehen vom Zusammen-sein (Beziehung) ins Allein-sein (Single) und vom Allein-Sein (Single) wieder ins Zusammen-sein (Beziehung). Solange bis wir die Welt allein verlassen und der Kreislauf sich dann schließt.
Der Sinn: Durch das Allein-Sein findest Du zu Dir selbst!
Was ist der Sinn des Lebens? Ganz einfach. Wahrhaftig glücklich zu werden. Und wie erreichen wir das? Indem wir uns selber kennen und lieben lernen und tief zu uns durchdringen. Und genau das erreichen wir nur indem wir lernen, uns allein (aus) zu halten – uns allein durch diese Welt zu tragen!
Nach einer Trennung, wenn Du diesen großen Schmerz spürst, da brauchst Du Zeit für Dich, um zu reflektieren, zu verarbeiten, Dir Fragen zu beantworten und ganz viel über Dich selber zu lernen. Wofür? Nicht damit Du es nur verarbeitest und abschließt, sondern damit Du stärker wirst und noch mehr über Dich und Dein Leben lernst! Denn das ganze Leben ist ein riesiger Lernprozess über uns selbst!

 

5 Fakten, warum Allein-Sein wichtig ist und glücklich macht!

1. Es hilft „Altes“ zu erkennen und loszulassen!
Wie zuvor erwähnt, kommen gerade in der Stille unsere größten Ängste, Sorgen & Selbstzweifel hoch. Viele plagt es beim zu Bettgehen, manch andere abends auf der Couch. Jetzt nicht Netflix an, sondern hinhören und Dich (aus) halten!
Stille ermöglicht Dir alle negativen Gedanken und Gefühle wahrzunehmen. Statt diese zu verdrängen ist es nun wichtig sie anzunehmen & zu sagen: „Es ist ok, dass ihr da seid.“
Sei Dir bewusst, dass Dir nichts passieren kann! Deine Gefühle und Gedanken sind nur eine Art Werkzeug, die Dich auf etwas Wichtiges aufmerksam machen wollen. Nimm sie einfach wahr und lass sie gehen. Sie sind nur ein kurzzeitiger Zustand, der bald vorbei geht.
2. Du lernst Dich auf einer tiefen Ebene kennen und lieben!
Du lernst Dich und alles was Dich ausmacht mit Deinen Stärken und Schwächen anzunehmen! Erkenne nicht nur an, was Du Gutes getan hast, denn mal ehrlich wann lernen wir am meisten? Genau dann wenn wir Fehler machen! Lerne Deine „Fehler“ kennen und lieben. So wirst Du Dich lernen zu lieben! Deine Macken sind das was Dich so liebenswert macht!
3. Du machst Dich völlig frei und unabhängig!
Sobald Du gelernt hast es allein mit Dir (aus)zuhalten, dann wird es leicht sein, Dich selbst durch diese Welt zu tragen! Siehe wie stark, mutig und frei Du bist! Du entdeckst, dass Du niemanden zum Glücklich sein „brauchst“ außer Dich selbst! Und genau diese Unabhängigkeit verschafft Dir wahren inneren Frieden.
4. Allein-Sein stärkt das Selbst-Bewusst-Sein!
In der Ruhe und dem Allein-Sein steckt die Kraft. Sobald Du lernst Deine inneren Dämonen zuzulassen und Du keine Angst mehr vor ihnen hast, wirst Du erfahren, dass Dich nichts mehr im Außen wirklich verunsichern kann. Du wirst spüren, dass Dich Menschen nicht mehr verletzen können, außer Du lässt es zu. Du wirst merken, welche Macht Du über Dich und Dein Leben hast und wirst Dir Deiner Stärke und Deiner selbst bewusst!
5. Du wirst zum Vorbild für Andere!
Sobald Du Dich Deinen Ängsten gestellt hast und diese für Dich überwunden hast, werden andere sofort die Veränderung an Dir wahrnehmen können. Du wirst Menschen in Dein Leben ziehen, die begeistert sind von Deiner neuen Energie und Deinem Selbstbewusstsein. Und das Schönste: Du kannst Deinen Mitmenschen helfen dasselbe für sich zu tun!
Wie kann ich lernen Allein glücklich zu sein?
Alleinsein ist eine Aufgabe, die sich jeder Mensch in seinem Leben stellen muss! Du kannst dem nicht entkommen. Es heißt nicht, dass Du Dich nun einsperren, keine Partnerschaft mehr eingehen oder Freunde haben sollst. Es ist ein Schritt in die Freiheit! Es braucht Zeit, Geduld und Stärke und irgendwann wirst Du beginnen das Allein-Sein zu lieben.

Allein-sein lernen in 4 Schritten:

1. Akzeptieren und Annehmen! Lerne, dass dieser Zustand des Allein-seins ein Teil Deines Lebens ist und immer sein wird. Je mehr Du Dich davor fürchtest, desto größer wird Dein Widerstand dagegen. Zum einen kostet Widerstand enorm viel Kraft und zum anderen wirst Du nur mehr von dem bekommen, wogegen Du im Leben kämpfst! Also: Heiße das Allein-Sein in Deinem Leben willkommen!
2. Lasse die Angst bewusst zu! Nimm Dir täglich bewusst 10-20 Minuten Zeit wo Du ganz ungestört bist und lasse die Angst vor dem Allein-Sein zu! Wie? Gehe in sie hinein, öffne Dich der Angst. Sie kann Dir nichts anhaben! Lasse den Schmerz und die Traurigkeit dahinter zu und Du wirst merken, dass Dich das befreit und stärker macht. Der Weg zur Angstfreiheit geht immer nur durch die Angst! Wir lernen nur dann mit unseren „Monstern“ umzugehen, indem wir uns ihnen stellen!
3. Unternimm mehr nur mit Dir allein! Essen gehen, Kino, Urlaub, Sport, Shoppen, es gibt zahlreiche Unternehmungen, die wir gewohnt sind mit anderen zu tun, aber es tut so gut, all das mal nur für sich zu machen. Es muss etwas sein, dass Dich glücklich macht!  Unser Gehirn hat Millionen Assoziationen (Verbindungen) gespeichert und vielleicht verbindet es bei Dir das Allein-Sein mit etwas „Negativem“. Es braucht Training und regelmäßiges Wiederholen um diese Verbindung mit Positivem zu „überschreiben“. Und mit der Zeit wirst Du Dich dann auf Deine „Me-Time“ freuen. Sieh es als Geschenk an Dich! Nutze es nicht als Ablenkung, sondern gehe in der Tätigkeit richtig auf, genieße es nur für Dich da zu sein und Dich durch diese Welt zu tragen!
4. Sei einfach nur da! Es muss nicht immer eine Unternehmung (Ablenkung) oder eine Meditation sein. Es reicht eine kleine Achtsamkeitsübung: Setze Dich einfach nur für einige Minuten hin und gehe in die Demut und Dankbarkeit. Was hast Du schon alles erreicht? Was ist Dir schon alles gelungen? Für welche Menschen und Erinnerungen bist Du dankbar? Was lässt Dich jedes Mal lächeln? Welche Reise war zuletzt wunderschön und gehe gedanklich zurück an diesen Ort. Genieße einfach mal nur hier auf der Erde zu sein und zu existieren!

 

Fazit:

Es ist nicht immer leicht sich allein (aus)zuhalten. Egal ob es ein schwerer Verlust, eine Trennung ist, eine Abweisung, Verletzung oder ein anderes unangenehmes Ereignis auftritt, wodurch wir unfreiwillig in die Einsamkeit gedrängt werden. Manchmal muss noch nicht einmal etwas Großes passiert sein, wir sind auf einer Party und können uns sogar unter vielen Menschen einsam fühlen.
Der große Unterschied: Bist Du freiwillig allein oder hast Du keine Wahl?
Der wichtigste Unterscheid im Erleben vom Allein-sein ist es, ob Du Dich freiwillig dazu entschieden hast die Zeit allein zu verbringen oder ob Du keine Kontrolle darüber hast und Dich dazu gezwungen fühlst.
Im ersten Fall wirst Du das Allein-Sein als etwas Wunderbares erleben und Dich frei fühlen. Im zweiten Fall wirst Du es verabscheuen und Dich dagegen wehren. Aber im Endeffekt ist es ein und derselbe Zustand: Nämlich einfach nur das Allein mit Dir sein, dem wichtigsten Menschen in Deinem Leben! Du brauchst niemanden um Dich zu halten oder Dich glücklich zu machen, denn das kannst Du selber am Besten! Es braucht nur ein wenig Training. Daher:
Entscheide Dich bewusst häufiger fürs Allein-sein, so wird es Dir in schweren Zeiten leichter fallen Dich selber zu halten!

 

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Autorin:
Marina Hiebert

Systemische Coach, Therapeutin und Beziehungsexpertin
von Mind & Health – Die Liebe, die Du verdienst!

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